Notizen zum Tage (XVII)

I. Bram Stokers irritierende Darstellung der Frau, wie sie in seinem Roman Dracula erscheint. Schenkt man seiner virilien Vorstellung Glauben, so ist die Weiblichkeit ein zwingend patriarchalisch ehrerbietiges Prinzip, die Frau ein ausschließlich von Gefühlen geleitetes Wesen, nicht imstande, für sich selbst zu sein. Stoker erinnert darin wie ein Kind, das nur seine Mutter kennt.

II. Das Gelächter der Revolutionäre: Die französischen Linken wussten, dass auf allen mittelalterlichen Bildern des Jüngsten Gerichts die Gerechten und Geretteten rechts, die Sünder und Widersacher links positioniert waren. Dieser Umstand sollte ihre Selbstbeschreibung gegen absolutistisches Gottesgnadentum symbolisieren.

III. Nachdem sich der Landgendarm „mit einer langsamen, friedlichen Bewegung seine Brille“ absetzte, verlor er sogleich „sein Beamtengesicht und sah genauso aus wie die Bauern am Tisch“. (Simenon, „Die Zeit mit Anais“)

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