Gehalt

Das Öffentliche Journal des David Kern hat den einzigen Zweck, der perfiden Eitelkeit des selbsternannten Autors, Verfassers und Inhabers gerecht zu werden. Zumal sich dessen Bedürfnis just zu einem Zeitpunkt als vernunftgemäßer Gedanke skizzierte, da jeder geltungsgedrängte Narr meint, seine gemeinen Unzulänglichkeiten der Welt offenbaren zu müssen, fühlt sich der Autor eigens wohl in der Reihe der exhibitionistisch-statthaften Narren.

Ihm liegt nichts ferner, als in seinem Öffentlichen Journal Aufklärung, Missionierung, Unterrichtung, Bekehrung, Belehrung, Unterhaltung, Zeitvertreib, Vergnügung oder Schabernack zu betreiben, alles dies wäre ihm ein Ekel im freimütigen Blick auf die allseitige Sattsamkeit. Was ihn aber treibt, ist der müßige Versuch einer Gelegenheit des freien Blicks auf einen Menschen, der es sich zur Aufgabe machte, in all seiner Subjektivität und Mündigkeit die Welt zu betrachten. Und demnach die Möglichkeit für jedermann schafft, eine andere Sichtweise zu erfahren als lediglich die eigene kümmerliche.

Ansonsten hält er es mit Kierkegaard, der, als er heiter und vergnügt auf der Promenade spazierte, meinte: Meine Betrachtung des Lebens ist ganz und gar sinnlos. Ich nehme an, daß ein böser Geist mir eine Brille auf die Nase gesetzt hat, deren eines Glas in ungeheurem Maßstabe vergrößert, deren anderes Glas im gleichen Maßstabe verkleinert.