Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 19. Dezember 2016

Der Präsident

(copy paste)

nüstern blähen: heute abend

nüstern blähen heute abend: geballte faust

nüstern blähen heute abend geballte faust: sind wir ein land

nüstern blähen heute abend geballte faust sind wir ein land: blick gen himmel … Fortsetzung …


Tom Waits

David Kern, 7. Dezember 2016

In Anlehnung an die ‚Peanuts‘

sei der Liebsten zugerufen

Happy Tom Waits-Day!


Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 5. Dezember 2016

Herr Gröttrup setzt sich hin

Mit einer Geschichte dieses Titels hat die Autorin Sharon Dodua Otoo den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Der Text, so befanden die Jurymitglieder bei der Diskussion, werfe basisphilosophische Fragen auf, er behandle ernste Themen, wozu auch sein Bezug zum Nationalsozialismus gehöre, in witziger und satirischer Weise. Er stecke voller Ironie. Es lasse sich nicht vergnügter und hinterhältiger von der Reinkarnation erzählen, als es Otoo tue. Denn Ironie sei ja immer dann gegeben, wenn das Publikum darauf reagiere, was es tatsächlich auch getan hat. Die Figur des Herrn Gröttrup (Helmut Gröttrup war ein Raketenbauer im Dritten Reich) entwickle sich zu einem regelrechten Paralleluniversen-Gröttrup. … Fortsetzung …


Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 22. November 2016

Bucher

Kennen Sie Bucher? Kennen Sie Bucher nicht auch? Nein, den andern, wissen Sie, den andern. Sie meinen ja Huber, welcher seinerzeit mit Bucher diese völlig neuen Dings, äh, Gara… ja, genau, eben mit dem. Mit Bucher! Ich weiss garnicht, ob der nicht gestorben ist. Haben Sie nichts gehört? Ich glaube, ich habe es gelesen. Bin mir aber nicht mehr sicher. Vielleicht habe ich sonstwas über ihn gelesen, das wäre auch möglich. Ich krieg’s nicht mehr zusammen. … Fortsetzung …


Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 7. November 2016

Bedürfnisse im Wäscheberg

und andere Wortbündel

Was sich nicht alles bündeln lässt seit neuem. Kanäle – gut, die Technik. Linien. Aber das Marketing und die Einkaufspower. Ganze Bereiche und Kompetenzen, sogar die Kultur. Alles gebündelt heutzutage. Und täglich wird’s mehr. Schon liest man über die Bündelung auszuschöpfenden Knowhows von Kompetenzzentren. Der Feuilletonist, stets uptodate und Leidenschaft fürs Kreative, pickt‘s dankbar auf und papageit den neusten Schrei wo er leibt und schreibt unters Volk. … Fortsetzung …


Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 24. Oktober 2016

Frau Burkhalters bereichernder Blick auf die Welt

Die Neue Zürcher Zeitung hat unter dem Titel „Zeichen der Öffnung“ einen Gastkommentar der Dozentin Katrin Burkhalter publiziert, welcher mit folgenden Worten beginnt:

>Sprachen bereichern unseren Blick auf die Welt. Denn Sprache ist kein neutrales Gedanken-Vehikel, sondern transportiert immer eine gewisse Art des Zugriffs auf die Dinge. Unterschiedliche Sprachen kategorisieren unterschiedlich. Eine Öffnung zur Welt verträgt sich nicht mit der Beschränkung auf eine einzige Sprache. Öffnung zur Welt heisst ja bei weitem nicht nur, in der Türkei Badeferien zu machen und dort Englisch zu sprechen. Die Welt ist vielmehr gemeinsame Teilhabe an Geistig-Abstraktem, also gemeinsames Nachdenken und Sprechen über systematisiertes Wissen jenseits des sozialen Nahraums.< … Fortsetzung …


Virilität

David Kern, 18. Oktober 2016

Beim Einkauf zum heimischen Heimwerken stehe ich plötzlich vor einer Reklame, die das hauseigene Magazin des Baumarkts anpreist.

Es heißt Macher und trägt die Werbezeile: „116 Seiten Wille, Stolz und Leidenschaft.“ … Fortsetzung …


Daniel Costantino – Aus der neuen Welt

Daniel Costantino, 10. Oktober 2016

Der Überfall

Zu seinem Erstaunen kam er wieder auf die Beine, als Einziger unter lauter Leichen, und wollte aufbegehren, protestieren, ihnen „Mörder!“ ins Gesicht schreien, wankte ihnen sogar entgegen, den Erstbesten zu packen; doch der sprayte ihn einfach nieder, bevor er noch den Mund aufmachen konnte. Was war er auch für ein Narr, sich mit ihnen anzulegen, totstellen hätte er sich sollen von allem Anfang an, als sie plötzlich das Abteil stürmten und alle erschlugen. Zitternd aber war er aus seiner Nische hervorgekommen und hatte sich mit einem Sprung aus einem Fenster retten wollen. Es liess sich nicht einmal öffnen. Da war er zusammengesackt, ob von einem Schlag oder aus eigener Schwäche hätte er nicht zu sagen gewusst, nur noch sein Sterben im Kopf, den Tod nun auch für sich selbst.

… Fortsetzung …


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